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„75 Jahre Europa“ 

Bürokraten, Lobbyisten oder Gesetze über krumme Gurken. Das ist das Bild, das viele mit der Europäischen Union verbinden. Doch wie ist das gemeinschaftliche Europa wirklich? Warum, von welchen Persönlichkeiten und mit welchen Intentionen wurde es vor 75 Jahren geschaffen? Wie funktioniert es heute, und wie ist seine Zukunft in Zeiten von Globalisierung, Populismus und einer veränderten internationalen Sicherheitslage zu bewerten?

Europa nach 1945: Nationalismus, Militarismus und zwei selbst verschuldete Weltkriege haben den alten Kontinent innerhalb von nur drei Jahrzehnten in den Abgrund gerissen. Seit Ende des Ersten Weltkriegs haben hochrangige Persönlichkeiten vergeblich versucht, Europa politisch zu einigen und zu befrieden. Doch erst jetzt, fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, gelingt dem französischen Außenminister Robert Schuman in einem wahren Geniestreich der ultimative Durchbruch im europäischen Einigungsprozess.

Paris, Quai d’Orsay, am 9. Mai 1950: Im Rahmen einer spontan einberufenen Pressekonferenz schlägt der französische Außenminister der deutschen Regierung die Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Kohle und Stahl vor. Offen für andere europäische Länder soll dieser Markt zum Grundstein eines zukünftigen europäischen Bundesstaates werden.

Der sogenannte Schuman-Plan markiert die Geburtsstunde der heutigen Europäischen Union. Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg schließen sich den Vorschlägen des französischen Außenministers an und gründen die erste supranationale europäische Organisation: die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl.

75 Jahre später blickt das gemeinschaftliche Europa auf eine wechselvolle Geschichte von spektakulären Fortschritten, aber auch existenziellen Krisen zurück. Bereits Mitte der 1950er-Jahre scheint die Gründung einer europäischen Armee in greifbarer Nähe. Das Projekt scheitert auf der Zielgeraden und wird zu einem traumatischen Rückschlag für alle Verfechter eines politisch geeinten Europas.

Auf wirtschaftlicher Ebene schreitet der europäische Integrationsprozess dennoch voran. Das Modell der sogenannten Europäischen Gemeinschaft (EG) kann überzeugen. 1973 erfolgt die erste Erweiterung um Großbritannien, Irland und Dänemark. 1979 wird das Europäische Parlament zum ersten Mal direkt von seinen Bürgern gewählt- ein bedeutender Schritt für die Demokratisierung Europas.

Nationale Egoismen und eine verfehlte Landwirtschaftspolitik bringen die europäische Einigung Anfang der 1980er-Jahre erneut in Gefahr. Dem beherzten Engagement und der Visionskraft herausragender Persönlichkeiten ist es letztendlich zu verdanken, dass sich Europa abermals aus der Krise befreien kann.​ Mit der Schaffung des Europäischen Binnenmarktes und der Europäischen Union im Jahr 1993 werden Meilensteine gesetzt. Ebenso kann 2004 durch die sogenannte Osterweiterung die Teilung Europas durch den Kalten Krieg zumindest formal über wunden werden.

Allen Fortschritten und Erfolgen zum Trotz: Seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008 gefährden Nationalismus, Populismus und Brexit das europäische Projekt. Ein steigender Migrationsdruck, die Herausforderungen des Klimawandels sowie der Krieg in der Ukraine und eine veränderte internationale Sicherheitslage setzen die Europäische Union seit 2015 zusätzlich stark unter Druck.

 

Welche Antworten hat Europa auf die genannten Krisen, und wird es in der Lage sein, diese zu bewältigen?

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Schuman-Plan

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