Der Elysée-Vertrag

In einem wahren Jahrhundertvertrag verpflichten sich am 22. Januar 1963 der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer zu einer engen Zusammenarbeit ihrer beiden Länder. Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung, bleibt der sogenannte Elysée-Vertrag bis heute einzigartig in den Internationalen Beziehungen.

Keine zwei anderen Persönlichkeiten haben das Bild der deutsch-französischen Aussöhnung nachhaltiger geprägt als der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer. Als sich beide Staatsmänner am 14. September 1958 das erste Mal auf de Gaulles Landsitz in Colombey-les-Deux-Eglises treffen, scheinen die deutsch-französischen Beziehungen jedoch in Gefahr. Adenauer hat Anfang der 50er Jahre mit dem französischen Außenminister Robert Schuman erfolgreich Europa geschaffen. Nach Jahrhunderten der Feindschaft ist es ihm gelungen, gute Beziehungen zum Nachbarn Frankreich aufzubauen. De Gaulle dagegen hat im Zweiten Weltkrieg als Führer des französischen Widerstands gegen die Deutschen gekämpft. Vielen erscheint er als Nationalist. Entgegen allen Befürchtungen wird das Treffen von Colombey-les-deux-Eglises zu einem Erfolg. Beide Staatsmänner finden sofort einen besonderen persönlichen Bezug zueinander. Die fünf Jahre währende Zusammenarbeit ist durch spektakuläre Gesten geprägt, die sich tief in das kollektive Gedächtnis beider Länder eingraben werden. Höhepunkt der Ära Adenauer-de Gaulle ist schließlich die Institutionalisierung der bilateralen Beziehungen durch die Unterzeichnung des Elysée-Vertrags am 22. Januar 1963.