Aufbruch in die Demokratie - die Bundesrepublik der Ära Adenauer

Deutschland Anfang der 1950er Jahre: Noch immer geben 42% aller Deutschen im Westen an, dass es ihnen unter Hitler bis 1939 am besten ging. Nur 7% sehen dies so für die Zeit der Weimarer Republik. Mit viel Geschick gelingt es Bundeskanzler Konrad Adenauer dennoch, die Demokratie in der jungen Bundesrepublik zu verankern.

Das Scheitern der Weimarer Republik und die Katastrophe der NS-Diktatur vor Augen, versuchen überzeugte Demokraten ab 1945 den Neuanfang im Westen Deutschlands. Die Herausforderungen vor denen das Land steht sind gewaltig. Es ist zerstört, besetzt und geteilt, die Deutschen sind wegen Ihrer Verbrechen weltweit geächtet. Als im Mai 1949 in Bonn der Parlamentarische Rat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet, steht ein Mann weit im Rampenlicht der Öffentlichkeit: Konrad Adenauer. Nur wenige Monate später wird er zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ernannt. 14 Jahre lang wird er die junge Demokratie lenken und leiten. Trotz der engen Spielräume, die das Besatzungsstatut und der Kalte Krieg mit sich bringen, ist die Zeit der sogenannten Ära Adenauer eine Zeit der historischen Weichenstellungen. Ob parlamentarische Demokratie, Soziale Marktwirtschaft, Europa, Westbindung, deutsch-französische Aussöhnung oder gar Wiedergutmachung gegenüber Israel. Vieles, was uns heute als selbstverständlich und gefestigt erscheint, ist damals noch Gegenstand hochemotionaler Kontroversen. Die Grundlagen unserer heutigen Demokratie richtig zu verstehen heißt auch und vor allem, die Bundesrepublik der Nachkriegszeit zu verstehen.